| Kanalbündelung |
Warum Kanalbündelung?
Ein ISDN BasisAnschluss, Variante MehrgeräteAnschluss
verfügt über 2 Kanäle. Das heißt, Sie können telefonieren, während Sie über
Ihre ISDN-Karte im Internet surfen. Über einen Kanal können 64.000 Bit/s übertragen
werden. Das ist zwar schon recht viel im Vergleich zur analogen Modemtechnik, trotzdem
wünscht man sich manchmal, dass noch höhere Geschwindigkeiten möglich wären. Eine
dieser Möglichkeiten ist die Kanalbündelung.
Kanalbündelung (engl. channelbundling) bedeutet, dass gleichzeitig beide ISDN-Kanäle
einer ISDN-Karte verwendet werden können. Sie können damit annähernd die doppelte
Geschwindigkeit (also 128.000 Bit/s) bei Datenübertragungen erreichen. Genau die
doppelte Geschwindigkeit gegenüber einer Verbindung über einen ISDN-Kanal ist nicht
erreichbar, da bei Benutzung beider Kanäle ein Protokoll notwendig wird, das die beiden
Kanäle logisch verbindet. Ein solches Protkoll bringt zusätzliche
Verwaltungsinformationen mit sich. Diese Verwaltungsdaten müssen zusätzlich zu den
Nutzdaten übertragen werden und mindern den maximal möglichen Durchsatz der Nutzdaten.
Da zwei Kanäle verwendet werden, kostet die Verbindung auch doppelte Telefongebühren. Natürlich können Sie dann nicht mehr gleichzeitig telefonieren, wenn Sie einen normalen ISDN MehrgeräteAnschluss haben.
Voraussetzungen
Für Kanalbündelung gibt es keinen allgemeingültigen Standard, der Ihnen für alle Fälle ermöglicht, zwei ISDN-Kanäle zu kombinieren. Sie müssen also von Fall zu Fall überlegen, ob Kanalbündelung mit einem DFÜ-Partner möglich ist oder nicht.
Bei DFÜ-Verbindungen über ein Filetransfer-Software oder einem Terminalprogramm (zu einer Mailbox) ist Kanalbündelung nur möglich, wenn Ihre verwendete Software das unterstützt und Ihr DFÜ-Partner auch diese Software einsetzt.
Für Verbindungen zu Ihrem Internet-Provider existiert ein Internet Standard, das Point to Point Protocol Multilink Protocol (RFC 1770 u. 1990). Wenn Ihr Provider dieses Protokoll unterstützt, können Sie beide ISDN-Kanäle für Ihre Internet-Verbindung nutzen. Ob sich dies allerdings für Sie lohnt, hängt auch von der Geschwindigkeit von Ihrem Provider zum gewünschten Server ab. Gerade bei ausländischen Servern ist die Geschwindigkeit zwischen dem ausländischen Server und dem Server Ihres Providers oftmals der Engpaß und es führt nicht zum gewünschten Geschwindigkeitsvorteil, wenn Sie einen weiteren Kanal zuschalten.
Die Einstellung dazu treffen Sie unter Windows 95/98 in den
Einstellungen zur Verbindung im DFÜ-Netzwerk. Über die Einstellung "Additional
devices" geben Sie an, welche weiteren Geräte (Kanäle) für die Verbindung genutzt
werden sollen. Unter Windows 98 können Sie die zusätzlichen Geräte während der
Verbindung manuell zu- und abschalten (rechte Maustaste auf das Icon des DFÜ-Netzwerks in
der Taskbar).
Ein weiterer Punkt, der bei Verwendung von mehreren Kanälen zu beachten ist, ist die
Geschwindigkeit zwischen ihrem Rechner und dem ISDN-Gerät. Während dies bei ISDN-Karten
kein Problem darstellt, ist der Engpaß bei externen ISDN-Geräten die serielle
Schnittstelle. Normale serielle Schnittstellen können nur bis zu 115.200 bit/s
übertragen, was unter dem Bedarf für 2 ISDN-Kanäle liegt (128.000 bit/s).