| ISDN-Modems (Capiport-Treiber) |
DFÜ-Programme für Modems unter Windows 95ff verwenden in der Regel das TAPI und die Win32 Kommunikationsfunktionen für den Zugriff auf die Modemfunktionen. Hier bietet sich für ISDN-Treiber die Möglichkeit, sich als ISDN-Port-Device-Treiber zwischen die serielle Schnittstelle und die DFÜ-Anwendung zu setzen. Die Aufgaben des Port-Treibers sind vergleichbar mit den Aufgaben des COM-Port-Emulators. Auch er muss ein Modem emulieren, damit die Modem-Anwendung nicht merkt, dass da gar kein Modem ist.
Bei dieser Art von Treibern erscheinen einmal im Windows 95 Gerätemanager (Systemsteuerung - System) neue COM-Ports. Nach der Installation eines solchen Treibers erscheinen außerdem unter "Systemsteuerung - Modems" neue Modems, die als ISDN-Modems bezeichnet werden. Wird ein solches Modem z.B. im Windows 95 Hyperterminal ausgewählt, sendet das Hyperterminal die AT-Befehle und Daten an das ISDN-Modem und damit an den ISDN-Port-Device-Treiber, der so tut, als wäre er ein Modem.
Der Hersteller liefert zu den Modems ein Beschreibungsdatei (*.INF), in der die Modem-Befehle für die Kontrollkästchen im Dialog Eigenschaften des Modems festgelegt sind. Wenn Sie die *.INF-Datei kennen, können Sie auch noch weitere Modems in Ihre Liste der Modems aufnehmen (Hinzufügen und INF-Datei auswählen). Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn Sie mehr verschiedene Konfigurationen brauchen, als ISDN-Modems vorhanden sind.
ISDN-Port-Device-Treiber liefern z.B. Teles (den VCOMM-Treiber) oder AVM (den ISDN-CAPI-Port-Treiber) für ihre ISDN-Karten.
Ebenso wie beim COM-Port-Emulator bekommen Sie auch hier eine Beschreibung zu dem Treiber, mit welchen AT-Befehlen welche ISDN-Protokolle ausgewählt werden können.
Benötigen Sie für eine Mailbox ein spezielles ISDN-Protokoll, dann tragen sie den entsprechenden Befehl unter "Eigenschaften - Einstellungen - Erweitert - Weitere Einstellungen" ein.
Da meist der ISDN-Port-Treiber seinerseits wieder einen CAPI-Treiber benutzt, sieht die Staffelung der Treiber z.B. so aus:
Mit Hilfe von ISDN-Port-Device-Treibern, die auf einem CAPI-Treiber aufsetzen, können Sie z.B. unter Windows 95 grundsätzlich folgende Programme verwenden:
Die Verwendung von 16 Bit Windows-Programmen kann evtl. schon dadurch scheitern, dass Sie keine Möglichkeit haben, den COM-Port in Ihrem Programm einzustellen. 16 Bit-Programme lassen in der Regel nur COM1 bis COM4 als Name für den Anschluss zu. Wenn der ISDN Treiber nach der Installation keinen Port-Namen zwischen COM1 und COM4 zur Verfügung stellt, können Sie den Treiber nicht zusammen mit Ihrem 16 Bit-Programm verwenden. Aber es gibt evtl. Abhilfe:
Ein 16 Bit Windows-Programm teilt dem COMM.DRV über den Portnamen (z.B. COM1) mit, welchen Port es verwenden will. Wenn Sie das Programm regedit.exe aus dem Windows 95-Verzeichnis aufrufen, finden Sie unter HKEY_LOCAL_MACHINE\Enum\root\ports nach der Installation des AVM Capiport-Treibers die Einträge "AVMISDN1" und "AVMISDN2". Wenn Sie hier z.B. AVMISDN2 anklicken, finden Sie im rechten Fenster von regedit in der Spalte "Name" den Eintrag "Portname", zu dem als Wert "AVMISDN2" eingetragen ist. Wenn Sie hier den Wert "AVMISDN2" durch "COM3" ersetzen, können Sie den Port auch aus 16 Bit-Programmen über die Einstellung "COM3" ansprechen.
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Sollten Sie mit solchen Eingriffen nicht so vertraut sein, beachten Sie bitte, dass fehlerhafte Einstellungen in der Registry von Windows 95 dazu führen können, dass Windows 95 nicht mehr starten kann. Ich habe diese Einstellung selbst mit dem Teles VCOMM und den AVM B1-Capiport-Treiber mit Erfolg ausprobiert, kann aber natürlich keine Gewähr dafür übernehmen, dass das auch bei Ihnen funktioniert. |
Über den Eintrag "Driver" (im Beispiel \Ports\AVMISDN2) steht der Verweis auf den sog. Softwarekey des Ports. Unter HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\Class\Ports - Schlüsselname "Portdriver" steht dann, welcher Port-Treiber verwendet wird.
Damit das auch funktioniert, gibt es noch zwei Voraussetzungen:
Zur Einstellung des ISDN-Protokolls müssen Sie in Ihrem 16-Bit-Programm noch den Init-String entsprechend einstellen. Die dafür notwendigen Befehle finden Sie in der Datei CAPIPORT.HLP zu Ihrem Capiport-Treiber unter "Dokumentation zum AVM ISDN CAPI Port-Treiber".
Inzwischen gibt es auch ISDN-Port-Device-Treiber, die Verbindungen mit Modems (analog!) herstellen können. Wenn Ihr Rechner schnell genug ist, ist es also nicht mehr unbedingt notwendig, einen Kombiadapter zu verwenden, der diese Funktion hardwaremäßig zur Verfügung stellt.