| EAZ-Mapping |
Analoge Endgeräte wissen grundsätzlich nichts von der Nummer, auf die sie "hören" sollen. Analoge Telefone z.B. hängen an der Leitung und klingeln bei jedem Anruf der ankommt. Sie haben nur dann eine "eigene" Rufnummer, wenn sie über eine Nebenstellenanlage mit dem Telefonnetz verbunden sind. Und auch dann sorgt die Nebenstellenalage dafür, dass das Telefon den Anruf bekommt und nicht das Telefon selbst.
Im ISDN ist dies anders. Wenn ein ankommender Ruf am S0-Bus anliegt, vergleichen alle ISDN-Geräte an diesem Bus, ob der Anruf für sie bestimmt ist. Sie tun das anhand der Rufnummer, die der Anrufer gewählt hat und anhand einer Dienstekennung, die anzeigt, ob der Anruf für ein Telefon, Modem, Fax usw. ist.
Die Logik des EAZ-Mapping entstand dadurch, dass es im nationalen ISDN und im EURO-ISDN einen Unterschied gibt, wie das Endgerät über die Rufnummer zu erreichen ist.
Bevor EURO-ISDN kam, gab es schon viele nationale ISDN-Anschlüsse, Geräte für nationales ISDN und auch Software für nationales ISDN. Auch das CAPI war zunächst rein national orientiert. Erst mit Version 2.0 des CAPI erfolgte die Umstellung auf den europäischen Standard. Natürlich wollten die ISDN-Kartenhersteller ermöglichen, dass ISDN-Software für nationales ISDN (CAPI Version 1.1) auch an einem EURO-ISDN-Anschluss ihren Dienst tut. Wie macht man aber einem Programm, das bei abgehenden Anrufen eine EAZ mitschickt klar, dass es im EURO-ISDN keine EAZ mehr gibt? Oder umgekehrt, wie soll ein Programm jemals auf einen ankommenden Anruf reagieren, wenn es auf eine EAZ wartet und es gibt gar keine EAZs mehr?
Die Lösung für das Problem heißt EAZ-Mapping (auch MSN-Mapping genannt). Dabei übernimmt das CAPI (der ISDN-Treiber des Kartenherstellers) die Umsetzung von MSNs am S0-Bus in EAZs für die Software und umgekehrt. Bei der Konfiguration des ISDN-Treibers tragen Sie in einer Tabelle ein, welche EAZ in welche MSN und umgekehrt umgesetzt werden soll.
Will Ihre ISDN-Software (z.B. ein Filetransferprogramm) einen Anruf annehmen, muss sie sich beim Start zunächst beim ISDN-Treiber anmelden und ihm Bescheid sagen, für welche EAZ und Dienstekennung ein Anruf angenommen werden soll. Die EAZ können Sie normalerweise bei Ihrer ISDN-Software einstellen. Kommt also ein Anruf am S0-Bus mit einer bestimmten MSN an, sieht der ISDN-Treiber in Ihrer Tabelle nach, in welche EAZ die MSN umgesetzt werden soll. Er vergleicht dann die EAZ aus der Tabelle mit der EAZ, die die ISDN-Software bei Start des CAPI mitgeteilt hat. Bei Übereinstimmung leitet das CAPI den Anruf an das Filetransferprogramm weiter und es kann seinen Dienst tun.
Das gilt ebenso für den umgekehrten Weg. Hier ist korrektes EAZ-Mapping z.B. dann wichtig, wenn Sie einen Einzelverbindungsnachweis bei der Telekom beantragt haben. Sie bekommen in diesem Fall eine Auflistung der Gespräche nach den verschiedenen MSNs. Die Vermittlungsstelle weiß aber nur dadurch, von welcher MSN der Anruf ausgeht, dass das ISDN-Gerät oder die ISDN-Software die eigene Rufnummer an die Vermittlungsstelle schickt. EURO-ISDN (CAPI Version 2.0) unterstützt es grundsätzlich, jeder Software eine eigene MSN zuzuordnen. Da ISDN-Software für CAPI 1.1 aber nur EAZs kennt, liegt es am falschen EAZ-Mapping, wenn Sie den Einzelverbindungsnachweis bekommen und Sie finden alle Verbindungen unter der ersten (Hauptrufnummer) Ihres ISDN-Anschlusses. Dann nämlich hat die Vermittlungsstelle der Telekom nicht erkennen können, mit welcher MSN der Anruf abgegangen ist. Das liegt dann daran, dass der ISDN-Treiber keinen zur abgehenden EAZ passenden Eintrag in der Tabelle gefunden hat.
Fazit:
Wenn Ihre Software Anrufe nicht annimmt oder Ihr Einzelverbindungsnachweis alle Verbindungen über ISDN-Software unter Ihrer Hauptrufnummer aufführt, dann kontrollieren Sie,