| Anschluss des ISDN-Adapters |
ISDN-Adapter gibt es als externe Geräte, PC-Steckkarten oder PCMCIA-Karten.
Externe ISDN-Adapter, auch ISDN-Modems genannt, werden über die serielle Schnittstelle des PC oder eine USB (Universal Serial Bus) Buchse angeschlossen. Hardwareeinstellungen am Adapter sind deswegen normalerweise nicht notwendig. Der Begriff Modem bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass damit Verbindungen zu (analogen) Modems aufgebaut werden können. Dazu ist ein sog. Kombigerät oder spezielle Treibersoftware notwendig.
An die serielle Schnittstelle angeschlossene ISDN-Geräte werden ebenso wie Modems über AT-Befehle gesteuert. Manche der Standard-AT-Befehle (wie z.B. ATD) können auch weiterhin verwendet werden, viele sind aber nicht mehr sinnvoll, wie z.B. ATDP oder ATDT, um zwischen Puls- und Tonwahlverfahren zu unterscheiden. Oft werden aber solche (für ISDN unlogischen) AT-Befehle dann vom ISDN-Gerät einfach ignoriert. Damit können viele Programme verwendet werden, die auch schon mit dem Modem verwendet wurden. Spezielle Treiber sind für solche Anwendungen ebenfalls nicht notwendig.
Um aber auch Software zu unterstützten, die das ISDN-Gerät nicht über die serielle Schnittstelle anspricht, liefern immer mehr Hersteller zusätzliche Treiber aus, die der ISDN-Anwendung eine standardisierte Schnittstelle wie das CAPI zur Verfügung stellt. Die Treibersoftware setzt dabei die CAPI-Aufrufe in AT-Befehle für das externe ISDN-Gerät um.
Da "normale" serielle Schnittstellen nur bis mit bis zu 115.200 bit/s betrieben werden können, gibt es für manche externen Geräte die Möglichkeit, die parallele Schnittstelle zu verwenden. 115.200 bit/s reichen zwar für einfache ISDN-Verbindungen, bei Nutzung beider B-Kanäle gleichzeitig (Kanalbündelung, channel bundling) würden aber bis zu 128.000 bit/s übertragen.
Für USB-Geräte gilt diese Einschränkung nicht. Über den Universal Serial Bus können bis zu 12 Megabit/s übertragen werden, was auch für Mehrkanalverbindungen ausreicht. USB-Geräte sind von den möglichen Anwendungen und mitgelieferten Treibern eher mit ISDN PC-Karten vergleichbar als mit an der seriellen Schnittstelle angeschlossenen ISDN-Geräten. USB-Geräte haben gegenüber ISDN PC-Karten den Vorteil, dass die Installation des USB-Gerätes während des laufenden Betriebs erfolgen kann (Hot-Plugging).
ISDN-PC-Karten werden wie auch Modemsteckkarten im PC eingebaut. Je nach Hersteller und Kartentyp gibt es unterschiedliche Konfigurationsmöglichkeiten. Was auf der Karte zu konfigurieren ist, hängt davon ab, wie der Treiber der ISDN-Karte mit der Karte kommuniziert. So kann z.B. eine Basisspeicheradresse, der zu verwendende IRQ oder die I/O-Adresse auf der Karte einzustellen sein. Bei modernen Karten werden die Einstellungen per Software festgelegt und das Umstellen von Jumpern auf der Karte ist gar nicht oder nur in Ausnahmefällen notwendig.
ISDN-PC-Karten werden standardmäßig mit Treibersoftware ausgeliefert, die der ISDN-Anwendung die CAPI zur Verfügung stellt. Damit aber auch hier Programme für Modems verwendet werden können, gibt es eine Reihe von Zusatzprogrammen, die die AT-Befehle vom Terminalprogramm entgegennehmen und in Befehle für die CAPI umwandeln (als CAPI-FOSSIL-Treiber oder COM-Port-Emulatoren). Es gibt auch Karten, die einen solchen Modememulator auf der Karte eingebaut haben und von der Software wie eine serielle Schnittstelle (entsprechend einer Modemkarte) angesprochen werden können.
Bei ISDN-Karten wird noch zwischen passiven, aktiven und semiaktiven Karten unterschieden. Die Teilaufgaben der ISDN-spezifischen Kommunikation werden von der ISDN-Karte und dem ISDN-Treiber übernommen. Bei aktiven ISDN-Karten übernimmt die Karte selbst einen Großteil der Aufgaben. Für ISDN-Treiber unter DOS bedeutete dies z.B., dass der Speicherbedarf von Treibern für aktive Karten wesentlich geringer war als der für passive Karten. Auch die Performance ist für aktive Karten wesentlich besser, weil hier bestimmte Protokolle hardwaremäßig implementiert sind und nicht durch die Software ausgeführt werden müssen. Für private Bedürfnisse reicht normalerweise eine passive ISDN-Karte. Aktive ISDN-Karten werden z.B. in der Regel bei Kommunikationsservern in Netzwerken verwendet. Semiaktive Karten liegen in der Lastverteilung zwischen passiven und aktiven Karten.
Sowohl externe ISDN-Adapter als auch ISDN-Karten sind als Kombigeräte mit integriertem Modem erhältlich. Das ermöglicht es, mit einem Gerät sowohl ISDN- als auch Modemverbindungen aufzubauen. Zwischen dem Modem und der ISDN-Dose hängt dabei ein Bauteil (im Gerät integriert), das die Funktionen eines a/b-Adapters übernimmt.
PCMCIA-Karten werden in einem PCMCIA-Steckplatz
eingesteckt. Sie finden vor allem in Laptops und Notebooks Verwendung. Je nach Ausführung
verhalten Sie sich der Software gegenüber wie eine serielle Schnittstelle oder wie eine
ISDN-Karte.
Allen drei Formen von Geräten ist gemeinsam, dass hinten ein Kabel rausführt, das in eine IAE-Dose gesteckt wird.