| Gerätekonfiguration |
Der ISDN-Anschluss wird am angekündigten Termin von der Telekom freigeschalten. Das heißt, dass zu diesem Termin der Umstieg auf ISDN planmäßig durchgeführt werden muss. Nach der Umstellung ist es nicht mehr möglich, schnell mal über das analoge Telefon einen Bekannten oder eine Hotline anzurufen und zu fragen.
Erste Vorbereitungen
Zuerst wird der Netzabschluss (NT) an der ersten Telefondose angesteckt. An den Netzabschluss werden dann die ISDN-Geräte wie z.B ein ISDN-Telefon, ein Terminaladapter, eine ISDN-Karte oder eine Nebenstellenanlage angeschlossen. Haben Sie noch analoge Geräte, werden die wie im vorherigen Kapitel beschrieben an eine a/b-Wandler angeschlossen.
Ohne irgend etwas konfigurieren zu müssen, reicht das Genannte normalerweise schon aus, um aktiv Gespräche führen zu können. Zwei Sachen sind möglicherweise noch zu beachten:
Konfiguration für eingehende Gespräche
Die eigentliche Konfigurationsarbeit besteht darin, festzulegen, welches Gerät bei welchen eingehenden Anrufen klingeln soll.
Im analogen Netz klingelt ein Telefon immer dann, wenn ein Anruf ankommt. Wenn im ISDN ein Anruf ankommt, dann "sieht" das ISDN-Gerät den Anruf und prüft zunächst, ob es überhaupt gemeint ist. Ob dem so ist, prüft es anhand der angerufenen Rufnummer (MSN) und anhand einer Dienstekennung, die aussagt, welcher Dienst gewünscht wird. Z.B. braucht ein Telefon nicht zu klingeln, wenn der Dienst "Datenübertragung" oder "Fax" gewünscht wird. Diese im ISDN standardisierte Dienstekennung stammt vom Gerät des Anrufers und wird im ISDN-Netz bis zum Angerufenen durchgereicht. Im Gegensatz zum analogen Netz belegt ein Gerät nicht eine bestimmte Leitung, sondern alle Geräte hängen an derselben Leitung, die 2 Kanäle zur Verfügung stellt. Jedes Gerät verwendet bei ein- oder ausgehende Anrufen den jeweils nächsten verfügbaren (freien) Kanal.
Verteilung der Rufnummern
Die wichtigste Aufgabe ist zunächst die Verteilung der Rufnummern. Bei einem MehrgeräteAnschluss bekommen Sie von der Telekom 3 Rufnummern, die Sie auf Ihre Geräte verteilen können. Bei jedem ISDN-Gerät (z.B. ISDN-Telefon) können Sie einstellen, bei welcher Rufnummer das Gerät ein ankommendes Gespräch annehmen soll. Beim Sinus 54 ISDN blättern Sie z.B. durch eine Reihe von Menüs, bis die Anzeige MSN erscheint. Dort haben Sie dann die Möglichkeit, die MSN einzugeben, bei der das Telefon klingeln soll. Meistens kann man einem Gerät mehrere MSNs zuweisen. Das Gerät nimmt das Gespräch dann an, wenn eine der MSNs angerufen wird.
Analoge Telefone kennen natürlich eine solche Einstellung nicht. Ein analoges Telefon klingelt einfach, wenn ein Gepräch ankommt. Da das im ISDN natürlich so nicht mehr geht, sieht die Nebenstellenanlage eine entsprechende Konfigurationsmöglichkeit vor. Häufig wird die Nebenstellenanlage über die serielle Schnittstelle (wie ein Modem) an den PC angeschlossen. Der Hersteller der Anlage liefert dazu ein PC-Programm, mit dem sich einstellen lässt, bei welcher Rufnummer die analogen Geräte klingeln sollen. Bei Nebenstellenanlagen ist die Konfiguration zusätzlich über Tastenkombinationen von den angeschlossenen Telefonen aus möglich. Der a/b-Adapter oder die Nebenstellenanlage überwachen, wie alle ISDN-Geräte, die beiden ISDN-Kanäle. Ein eingehender Anruf wird dann an das analoge Gerät weitergeleitet, wenn die Zielrufnummer in den Einstellungen für das analoge Gerät hinterlegt wurde. Nebenstellenanlagen sind manchmal werksseitig so eingerichtet, dass jeder ankommende Anruf angenommen wird.
Die Verteilung der Rufnummern ist unter Umständen für Sie auch für ausgehende Anrufe von Bedeutung. Wenn Sie Ihre Telefonrechnung bekommen, sind die Gesprächsgebühren nach Ihren Rufnummern aufgelistet. Das funktioniert so, dass Ihr Gerät der Abrechnungssoftware in der Vermittlungsstelle der Telekom übermittelt, für welche Rufnummer es konfiguriert wurde. Die Vermittlungsstelle "kennt" Ihre MSNs und verwendet Ihre Hauptrufnummer (die erste der drei MSNs), wenn Sie bei Ihrem ISDN-Gerät eine falsche Rufnummer eintragen. Sie brauchen also nicht zu hoffen, dass nicht Sie die Rechunng bekommen, wenn Sie die Rufnummer Ihres ungeliebten Nachbarn bei Ihrem ISDN-Telefon als MSN eintragen.
Konfiguration der Dienstekennung
Von geringerer Bedeutung ist in der Regel die Konfiguration der Dienstekennung. Bei manchen ISDN-Geräten (z.B. ISDN-Telefon) steht diese Dienstekennung von vornherein fest und kann nicht verändert werden. Einer ISDN-Karte andererseits kann keine Dienstekennung zugeordnet werden, da es auf die Software ankommt, was für ein Dienst verwendet werden soll. Hier ist die Dienstekennung normalerweise bei der ISDN-Software fest hinterlegt und kann auch nicht geändert werden. Zur Konfiguration der Software kommt aber später noch ein eigenes Kapitel. Schwieriger wird es für ein Modem, das an einer Nebenstellenanlage hängt. Da ein (analoges) Modem nichts von einer Dienstekennung weiß (die gibt's im analogen Netz nicht) und die Nebenstellenanlage nicht weiß, was das Modem alles kann (Daten, Voice, Fax), kann in solchen Fällen an der Nebenstellenanlage eingestellt werden, welche Dienstekennung einem angeschlossenen analogen Gerät zugeordnet werden soll. Einem Gerät können auch mehrere Dienstekennungen zugeordnet sein.
Beispiele:
Zwei Probleme mit der Dienstekennung tauchen in der Praxis immer wieder auf:"Fernsprechen" für analoge Faxgeräte an ISDN-Nebenstellenalagen
Es gibt immer wieder analoge Faxgeräten an ISDN-Nebenstellenanlagen, für die in der Nebenstellenalage der Dienst "Fernsprechen" konfiguriert wurde.
Diese Konfiguration funktioniert mit analogen Gegenstellen und ebenso falsch eingestellten analogen Geräten an einer anderen ISDN-Nenebstellenanlage. Sie funktioniert aber nicht mit richtig konfigurierten Nebenstellenanlagen und mit ISDN-Faxgeräten.
Bei einem ausgehenden Ruf (Fax senden) gibt die Nebenstellenanlage in diesem Fall den Dienst "Fernsprechen" mit. Ist das Gegenüber ein analoger Anschluss, dann ist der ankommende Dienst dann egal, wenn es einer ist, den es auch im analogen Netz gibt. Dasselbe gilt für den umgekehrten Weg. Ist das Gegenüber aber ein ISDN-Anschluss mit richtig konfigurierter Nebenstelle oder ISDN-Fax, dann wird das ISDN-Fax den Ruf nicht annehmen und die Nebenstellenanlage den Ruf nicht an das analoge Fax weiterleiten, weil sie ja denkt, da wäre ein Telefon.
Analoge Kombigeräte an ISDN-Nebenstellenalagen
Bei Kombigeräten (z.B. Faxmodem oder Kombination zwischen Telefon und Fax) kommt es darauf an, dass die ISDN-Nebenstellenalage auch Kombinationen verschiedener Dienstekennungen anbietet und nicht nur eine bestimmte pro Nebenstelle. Kann die Nebenstellenanlage dies nicht, dann ist es z.B. ohne Umkonfiguration der Nebenstellenanlage mit einem Faxmodem nicht möglich, T-Online (Kennung Btx) und Faxempfang (Kennung Fax) zu nutzen.
Die neueren Nebenstellenanlagen sollte dazu aber alle in der Lage sein.