Die ISDN-Anschlussarten im Überblick

Folgende Anschlussarten werden im Euro-ISDN unterschieden:

Anschlussarten im Euro-ISDN

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die einzelnen Varianten des Euro-ISDN Basisanschlusses unterscheiden:

  Anlagenanschluss Mehrgeräteanschluss
Leistungsmerkmal Standard Komfort Standard Komfort
Rufnummern Regelrufnummernblock 3 3
Anklopfen über Nebenstellenanlage
Makeln über Nebenstellenanlage
Dreierkonferenz über Nebenstellenanlage
Anrufweiterschaltung
Übermittlung der Rufnummer des Anrufers
Übermittlung der Rufnummer an der Anrufer
Umstecken am S0-Bus über Nebenstellenanlage
Rückruf bei Besetzt
Übermittlung der Verbindungsentgelte am Ende der Verbindung
Leistung verfügbar und im Grundpreis enthalten
Leistung verfügbar, aber im Grundpreis nicht enthalten.

Neben den genannte Diensten gibt es noch detailliertere Ausführungen der Dienste (z.B. fallweise Unterdrückung der Übermittlung der eigenen Rufnummer) sowie einige weitere Dienste (z.B. Identifizieren und Fangen), auf die an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen werden soll. Ausführliche Informationen zu den Anschlussarten mit Preisen gibt's auf der ISDN-Seite der Telekom oder in jedem T-Punkt der Telekom.


Anklopfen - Dienstemerkmal im ISDN oder T-Net. Ist dieser Dienst beantragt worden (automatisch enthalten bei der Komfortanschluss-Variante des Mehrgeräteanschlusses), funktioniert er wie folgt: Wird gerade ein Gespräch geführt und ein Dritter versucht während dieser Zeit anzurufen, erscheint bei ISDN-Telefonen die Nummer des Dritten im Display des Telefons und der Angerufene hört einen Anklopfton. Die Nummer erscheint allerdings nur, wenn der Dritte den Dienst Übermittlung der eigenen Rufnummer nutzt und der Angerufene den Dienst Anzeige der Rufnummer des Anrufers. Der Angerufene kann dann entweder den Dritten zurückrufen oder das aktuelle Gespräch parken und zwischen den beiden Gesprächen umschalten (makeln). Dabei wird jeweils nur ein Basiskanal in Anspruch genommen. Auf der anderen Leitung des Basisanschlusses kann während dessen ein anderes Gespräch geführt werden. Um den Dienst auch von einer analogen Nebenstellenalage nutzen zu können, muss die Anlage den Dienst unterstützen.

Anlagenanschluss - Anschlussvariante beim Euro-ISDN Basisanschluss. Beim Anlagenanschluss hängen alle Kommunikationsgeräte über eine Nebenstellenalage am ISDN-Netz. Die Telekom teilt hier nur eine Rufnummer zu sowie einen Regelrufnummernblock (Ziffern zwischen 0 und 9). Die Endgeräte lassen sich damit über die Durchwahl 0 bis 9 erreichen. Die Nebenstellenalage muss dazu geeignet sein, an einem Anlagenanschluss betrieben zu werden. Wollen Sie ISDN-Endgeräte verwenden, muss die Anlage auch den Anschluss solcher Endgeräte erlauben. Günstige Nebenstellenanlagen ab ca. 300 DM erlauben lediglich den Anschluss analoger Endgeräte. Beim Anlagenanschluss wird noch unterschieden zwischen den Varianten Standard und Komfort, die sich durch den Preis und die angebotenen Leistungsmerkmale unterscheiden

Anrufweiterschaltung - Dienstemerkmal im Euro-ISDN. Über das Telefon kann die Vermittlungsstelle der Telekom so programmiert werden, dass eingehende Anrufe an einen anderen Anschluss weitergeleitet werden. Bei der "direkten Anrufweiterschaltung" werden Gespräche sofort weitergeleitet. Die Anrufweiterschaltung kann alternativ auch beim "Nichtmelden innerhalb von 15 Sek." oder bei "Besetzt" veranlasst werden. Derjenige, der die Anrufweiterschaltung veranlasst hat, zahlt die Gebühren vom ursprünglichen Ziel des Anrufs bis zum Anschluss, bei dem der Anruf tatsächlich landet.

Basisanschluss - Anschlussvariante im ISDN, bei dem durch die Telekom 2 B-Kanäle mit 64 kbit/s und ein D-Kanal mit 16 kbit/s zur Verfügung gestellt werden. Das bedeutet, dass damit zwei Verbindungen (z.B. Telefonate) gleichzeitig geführt werden können. Beim Basisanschluss gibt es die Varianten Anlagenanschluss und Mehrgeräteanschluss.

Dreierkonferenz - Leistungsmerkmal beim Euro-ISDN-Mehrgeräteanschluss und T-Net. Während eines Gespräches kann der Initiator des Gesprächs, das bestehende Gespräch halten und einen weiteren Teilnehmer anrufen. Über eine Tastenkombination am Telefon wird dann der gehaltene Teilnehmer in die Dreierkonferenz aufgenommen. Die Dreierkonferenz ist beendet, wenn der Initiator des Gesprächs den Hörer auflegt.

Makeln - Dienstemerkmal im ISDN (auch Rückfrage genannt) und T-Net. Mit Hilfe des Dienstemerkmals Makeln (standardmäßig bei allen Varianten des Mehrgeräteanschlusses) kann während eines laufenden Gesprächs der Anrufer gehalten werden und ein Dritter angerufen werden, um z.B. etwas nachzufragen. Zwischen den beiden externen Teilnehmern kann dann mit Hilfe einer Sondertaste des Telefons umgeschalten werden. Um dieses Merkmal zu nutzen ist keine Nebenstellenanlage notwendig. Der Dienst wird direkt über die Vermittlungsstelle bereitgestellt. Um den Dienst auch von einer analogen Nebenstellenalage nutzen zu können, muss die Anlage den Dienst unterstützen.

Mehrgeräteanschluss - Anschlussvariante beim Euro-ISDN Basisanschluss. Beim Mehrgeräteanschluss hängen alle Geräte (z.B. ISDN-Telefone, ISDN-Karte, Nebenstellenanlagen) am S0-Bus. Die Telekom teilt hier standardmäßig 3 Rufnummern (MSNs) zu. Wird hier eine Nebenstellenalage angeschlossen, sind die Geräte an der Anlage nicht über Durchwahlnummern zu erreichen, sondern es wird in der Anlage festgelegt, auf welche der drei MSNs ein Gerät jeweils reagieren soll. Beim Mehrgeräteanschluss wird noch unterschieden zwischen den Varianten Standard und Komfort, die sich durch den Preis und die angebotenen Leistungsmerkmale unterscheiden.

Primärmultiplexanschluss - Anschlussvariante im ISDN, bei dem durch die Telekom 30 B-Kanäle mit 64 kbit/s und ein D-Kanal mit ebenfalls 64 kbit/s zur Verfügung gestellt werden. Das bedeutet, dass damit 30 Verbindungen (z.B. Telefonate) gleichzeitig geführt werden können. Der Primärmultiplexanschluss ist für größere Firmen interessant, die eine spezielle Nebenstellenalage (mit S2M-Schnittstelle) an diesem Anschluss betreiben wollen

Regelrufnummernblock - Beim Euro-ISDN Basisanschluss, Variante Anlagenanschluss, erhält der Teilnehmer von der Telekom einen sogenannten Regelrufnummernblock. Damit können die Endgeräte über die Durchwahlziffern 0 bis 9 erreicht werden. Ein erweiterter Rufnummernblock bis 2 bis 5-stelligen Durchwahlziffern für die Nebenstellen kostet extra.

Rückruf bei Besetzt - Dienstemerkmal im EURO-ISDN. Ist bei einem Anruf beim gewünschten Teilnehmer gerade besetzt, kann der Anrufer über diesen Dienst die Vermittlungsstelle beauftragen, den Anrufer zurückzurufen, sobald der Anschluss nicht mehr besetzt ist. ISDN-Endgeräte müssen diesen Dienst unterstützten, damit er verwendet werden kann.

Rufnummernübermittlung - Beim Euro-ISDN besteht die Möglichkeit, die eigene Rufnummer bei einer Verbindung an den Angerufenen übertragen zu lassen ("Übermittlung der eigenen Rufnummer"). Damit der Angerufene diese Nummer im Display seines ISDN-Telefons auch sieht, muss er den Dienst "Übermittlung der Rufnummer des Anrufers" nutzen. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, die Telefonnummer eines Angerufenen von der Vermittlungsstelle der Telekom überprüfen und an den Anrufer rückübertragen zu lassen. Die Rufnummern werden jeweils vor dem eigentlichen Verbindungsaufbau übertragen.

S0-Bus - Die Leitung, die bei einem ISDN-Anschluss vom Netzabschluss zu den ISDN-Geräten (z.B. ISDN-Telefon, ISDN-Karte, ISDN-Nebenstellenalage) führt. An einem S0-Bus dürfen max. 12 IAE-Dosen mit maximal 8 ISDN-Geräten hängen, von denen max. 4 standalone ISDN-Telefone sein dürfen. Bei mehr als 4 Telefonen würde die Spannungsversorgung des NT nicht mehr ausreichen. Im ISDN ist es möglich, während einer Verbindung die Verbindung zu halten, mit dem Telefon zu einer anderen Steckdose zu gehen und von dort aus das Gespräch weiterzuführen (Leistungsmerkmal: Umstecken am S0-Bus).


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