| Was ISDN-Anschluss bedeutet |
Dieses Kapitel soll einen Überblick darüber geben, was es bedeutet, einen ISDN-Anschluss zu beantragen, welche Änderungen an der Installation notwendig sind und welche Geräte gekauft werden müssen. Ich beschränke mich hier auf den Euro-ISDN-Anschluss, da nationale Anschlüsse spätestens ab dem 31.12.2000 (evtl. schon früher) nicht mehr von der Telekom unterstützt werden. Auch alle neueren Geräte unterstützen nur noch Euro-ISDN. Die folgenden Themen werden hier behandelt:
Warum auf ISDN umsteigen ?
Der zuletzt genannte Punkt gilt inzwischen dann nicht mehr, wenn Sie mit Ihren analogen Endgeräten an einer digitalen Vermittlungsstelle der Telekom angeschlossen sind. Mit den neuen Funktionen im T-Net (Anklopfen, Dreierkonferenz, etc.) haben Sie mit Ihrem analogen Telefon (über die R-Taste) viele der Funktionen zur Verfügung, die früher nur Nebenstellenalagen konnten.
Was ist vom ISDN-Anschluss betroffen?
Ihre
alte Rufnummer
Hängen Sie bereits an einer digitalen Vermittlungsstelle der Telekom, können Sie Ihre alte Rufnummer behalten. Sie hängen bereits an einer digitalen Vermittlungsstelle, wenn Sie mit Ihrem Telefon Mehrfrequenzwahl nutzen. Fragen Sie im Zweifelsfall bei der Telekom nach. Im anderen Fall bekommen Sie neue Rufnummern.
Kabel
von der Vermittlungsstelle der Telekom zu Ihrer ersten Telefondose
Für ISDN wird dasselbe Kabel wie für den analogen Anschluss verwendet. Sie müssen also nicht befürchten, dass die Telekom mit Baggern vor Ihrem Haus anrückt.
Die
erste Telefondose selbst
Bei der Installation des ISDN-Anschlusses kommt ein Telekom-Techniker zu Ihnen ins Haus und installiert Ihnen einen sog. Netzabschluss an der Stelle, an der vorher Ihre erste Dose war. Der Netzabschluss versorgt auch Geräte ohne eigene Stromversorgung über den S0-Bus mit Strom. Inzwischen gibt es aber auch steckbare Netzabschlüsse, die Sie selbst installieren können. Sie stecken einfach das Kabel des Netzabschlusses (bekommen Sie im T-Punkt bei Abgabe des ISDN-Antrags) in die erste Telefondose da, wo vorher Ihr Telefon angeschlossen war.
Ihre
alten (analogen) Geräte
Was Sie nicht tun können, ist, Ihre alten Geräte einfach am Netzabschluss oder einer ISDN-Dose einzustecken. Um analoge Geräte am ISDN-Netz weiter betreiben zu können, brauchen Sie einen Adapter (a/b-Adapter) für das digitale Netz. Der Adapter wandelt die analogen Daten in digitale Daten für das ISDN-Netz um. Evtl. lohnt sich alternativ für Sie auch der Anschluss einer kleinen ISDN-Nebenstellenanlage mit drei oder mehr analogen Anschlüssen, die Sie auf der einen Seite mit dem ISDN-Netz verbinden und auf der anderen Seite Ihre analogen Geräte anschließen können. Sie können dort z.B. Ihr Modem, Ihr Faxgerät oder Ihr(e) Telefon(e) anstecken.
Über die Nebenstellenanlage können Sie festlegen welches der angeschlossenen Geräte bei einem Anruf auf welche der drei Nummern reagieren soll. Mit einem alten (analogen) Telefon können Sie aber z.B. nicht den Dienst "Rufnummernanzeige des Anrufers" nutzen, da das Telefon die Nummer des Anrufers nicht anzeigen kann.
Rechnen Sie bei der Bestellung des Adapters oder der Nebenstellenalage mit Lieferzeiten. Sollte Ihr Anschluss bereitgestellt werden und Sie haben weder den Adapter noch ein ISDN-Telefon, dann können Sie nicht telefonieren.
Weitere
TAE-Dosen
Im analogen Netz war ab der ersten TAE-Dose eine Kupferdoppelader notwendig, um weitere Dosen anzuschließen. Um weitere IAE-Dosen anzuschließen sind zwei Kupferdoppeladern (also vier Drähte) notwendig. Häufig wurde aber bereits ein Kabel mit 4 Drähten verlegt, von denen zwei einfach nicht genutzt wurden. Ist das bei Ihnen der Fall, können diese Leitungen auch für weitere IAE-Dosen genutzt werden.
Zu beachten ist allerdings, dass das Kabel zur weiteren Dose nicht mehr von der ersten TAE-Dose ausgehen darf, sondern vom Netzabschluss oder einer ISDN-Dose. Haben Sie an der weiteren TAE-Dose nur analoge Geräte angeschlossen und wollen von da aus gar keine ISDN-Geräte, dann können Sie natürlich die Leitungen sowieso weiterverwenden. Wollen Sie am Ort der zweiten TAE-Dose sowohl analoge als auch ISDN-Geräte verwenden (siehe Beispielkonfiguration), müssen Sie evtl. ein neues Kabel verlegen (lassen).
Neue
ISDN-Hardware
ISDN-Telefone stecken Sie einfach an eine IAE-Dose an,
ebenso wie Sie die alten analogen Telefone an die TAE-Dose angesteckt haben. Ebenso ist es
mit einer ISDN-Karte.
Sie sollten allerdings bereits vorher planen, von wo aus die Geräte genutzt werden
sollen, damit die Kabel rechtzeitig verlegt werden können.
Mit einer ISDN-Karte können Sie zunächst keine Verbindung zu analogen Gegenstellen herstellen. Verwenden Sie also einen Online-Dienst, der nur analoge Zugänge zur Verfügung stellt, sollten Sie entweder eine Konfiguration in Betracht ziehen, in der Sie Ihr Modem weiterhin verwenden können (siehe Analoge Geräte am ISDN) oder beim Kauf eines ISDN-Adapters auf Modem-Unterstützung achten. Softwareseitige Lösungen, wie z.B. beim Teles Vcomm-Treiber oder dem AVM Capiport-Treiber erreichen dabei nicht die gleichen Geschwindigkeiten wie Hardwarelösungen wie z.B. beim ELSA PCF 3000. Bei allen großen Online-Diensten ist aber der Zugang über ISDN möglich.
PC-Software
für die ISDN-Karte
In der Regel erhalten Sie zu Ihrer ISDN-Karte bereits eine Sammlung mehr oder weniger brauchbarer ISDN-Programme.
Um die ISDN-Karte nutzen zu können, muss Ihre Software grundsätzlich die CAPI unterstützen (wie z.B. der T-Online-Decoder). Es gibt aber auch Programme (wie z.B. cFos für Dos, Windows oder OS/2), mit deren Hilfe Sie Ihre alten Programme für das Modem auch mit ISDN weiterverwenden können. cFos hängt sich zwischen Ihr Terminalprogramm und das Modem, fängt die Befehle für das Modem ab, wandelt sie in die entsprechenden ISDN-Befehle um und leitet Sie über die CAPI an die ISDN-Karte weiter (siehe Com-Port-Emulatoren).
Alternativ zu einer ISDN-Karte können Sie einen Terminaladapter verwenden, der sich direkt an die ISDN-Dose anschließen lässt, am Rechner aber an die serielle Schnittstelle angeschlossen wird und sich gegenüber der Software wie ein Modem verhält und über AT-Befehle gesteuert wird. Damit können Sie Ihre geliebten Terminalprogramme für Ihr Modem auch im ISDN verwenden.
Wie auf ISDN umsteigen ?
Überlegen Sie sich, welche Konfiguration Sie wollen, d.h.
Dann können Sie den ISDN-Antrag ausfüllen. Wenn Sie sich
nicht so sicher sind, nehmen Sie eine Übersicht Ihrer geplanten Installation mit und
lassen Sie sich im T-Punkt beraten.
Der wichtigste Eintrag im ISDN-Antrag ist die Anschlussart. Am
gängisten für private Nutzer ist der ISDN-Mehrgeräteanschluss. (vgl. Die
ISDN-Anschlussarten im Überblick)
Treffen Sie frühzeitig die Vorbereitungen. Die Hausinstallation sollte bei Bereitstellung des Anschlusses durch die Telekom bereits vorbereitet sein, die ISDN-Geräte sollten bereits vorhanden sein.
| Die Hausinstallation sollte auf jeden Fall von einem Fachmann übernommen werden, da sich Störungen am S0-Bus auf das ISDN-Netz auswirken können und die Telekom Sie wegen solcher Mängel unter Umständen haftbar machen kann. |